Warum uns das Corona Virus trotz Lockdown krank macht

Corona Lockdown

Ich nenne es das Corona Mindset

Im „Neinzehner-Johr“, lang ist‘s her, hat man auf die Smalltalk Frage „Wie geht’s dir denn?“, noch typisch österreichisch mit einem „jo passt eh“ geantwortet. 2020 ist alles anders. Egal mit wem man spricht, es ist nicht möglich, ein normales Gespräch zu führen, ohne dass Corona zum Thema wird.

Aus dem leicht raunzerischen, aber gewohntem „jo passt eh“, wurde eine Suderei biblischen Ausmaßes über die Auswirkungen des Corona Virus. Aber nicht nur die persönlichen Auswirkungen werden thematisiert. Nein, plötzlich macht sich auch jeder Sorgen über die österreichische Gesamtsituation. „Na i bin jo g‘spannt wo des no ois hifian wird!“ Nicht falsch verstehen, die österreichische Gesamtsituation betrifft uns alle und ist somit für uns alle überaus wichtig. Aber dennoch, Hand aufs Herz, wenn wir uns ehrlich sind, beschäftigen uns doch eher die persönlichen Angelegenheiten, oder? Habt ihr schon mal einen Freund gefragt, wie es ihm geht und er darauf; „Naja nicht gut. Ich mach mir so Sorgen über das österreichische Gesundheitssystem“? Also ich persönlich nicht.

Woher kommt dann plötzlich diese Verunsicherung und Weltuntergangsstimmung?

Ganz einfach, wir hören den ganzen Tag nichts anderes. Wenn wir den ganzen Tag nur hören oder lesen, wie alles den Bach hinunter geht, und das einzige Positive worüber gesprochen wird, sind die vielen Corona Tests, dann macht das etwas mit uns. Gerade negative Dinge glauben wir schneller als positive. Jeder von euch kennt es… wenn euch neun Leute loben und einer beleidigt… was hat für euch eine höhere Gewichtung? Natürlich der eine, der etwas Negatives über euch sagt. Jetzt stellt euch das mal umgekehrt vor: Wir hören am Tag vielleicht eine positive Nachricht und ansonsten nur Negatives. Das bewirkt eine komplette Desensibilisierung für das Positive, führt zu einem negativen Mindset und entmutigt uns. Am Ende des Tages reden wir uns die Krise herbei, da wir den Glauben verlieren.

Wie wir uns die Krise herbeireden

Den Glauben zu verlieren, ist der Anfang einer Krise. Nehmen wir die Wirtschaftskrise als Beispiel. Viele haben ja Angst vor einer amageddonartigen Wirtschaftskrise – einer plötzlichen Geldentwertung. Hyperinflation hin oder her, ich will hier keine finanzwissenschaftliche Diskussion lostreten, aber ganz grundlegend: Wann ist denn das Geld nichts mehr wert? Wenn wir nicht mehr an den Wert des Geldes glauben. Wenn wir uns nicht mehr sicher sind, ob wir €100 oder nur ein Blatt Papier in den Händen halten, wird es kritisch. Wenn wir also permanent von dieser Sorge hören, kann es sein, dass wir dadurch den Glauben verlieren, genau dieses Szenario eintritt und wir, überspitzt dargestellt, tatsächlich wieder, wie in Kriegszeiten, mit Zigaretten handeln. Man spricht von selbsterfüllenden Prognosen.

Wir geben dieser Krise eine unglaubliche Macht und verstärken das Problem

In erster Linie macht uns nicht nur das Virus krank, sondern vor allem unser persönlicher Umgang mit dieser Situation. Ich will nicht politisieren und die Corona Maßnahmen in irgendeiner Art und Weise bewerten. Sie sind eben so, wie sie sind. Aber eines ist klar. Indem wir permanent über diese Maßnahmen und über die Gesamtsituation sprechen bzw. „herumsudern“, verstärken wir das Problem ungemein. Wir geben dem allen eine unglaubliche Macht und dadurch wird es schlimmer, als es eigentlich sein müsste. Angenommen ihr geht gerne ins Kino; Die Kinos haben aber aktuell geschlossen – ganz egal wie sehr ihr euch tagtäglich darüber ärgert und wem ihr von eurem Ärger über die geschlossenen Kinos erzählt, sie werden trotzdem nicht früher aufmachen.

Indem ihr euch aber jeden Tag aufs Neue ärgert, wärmt ihr das Problem nur permanent neu auf, was euch am Ende des Tages nur schadet, aber keinesfalls nützt.

Wie lautet dieses Zitat von Budda nochmal?!

Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.

Also hört mit der Überbewertung eines Problems auf, welches ihr nicht lösen könnt. Konzentriert euch lieber auf das Positive! Genießt den Kinoabend mit eurer Familie und freut euch über die Vorteile, z.B.: dass ihr allein seid und so laut mit dem Popcorn rascheln könnt, wie ihr wollt.

Mir ist klar, dass die Krise viele schlimmer trifft, als nur der Verzicht auf Kino – die Kinobetreiber, die Gastronomie, der Verlust an Arbeitsplätzen. Das tut mir alles sehr leid, und ich verstehe jeden, dem die Situation Sorgen bereitet, denn ich bin ebenso selbstständig und darf meine berufliche Tätigkeit nicht ausführen.

Aber dennoch, was ist die Quintessenz dieses Artikels?

Think positive – Stay positive – Die Rahmenbedingungen sind für alle gleich. Es gibt diesen Virus, es gibt die einschränkenden Maßnahmen, aber wie wir damit umgehen, und ob wir uns fertig machen lassen, liegt ganz allein bei uns. Also ab jetzt wechselt auch mal das Thema – es gibt auch noch andere Dinge auf der Welt, als nur dieses leidige Corona.

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